Posts mit dem Label Uni werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Uni werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 23. Oktober 2009

Es ist vollbracht!

Nach drei Monaten endloser Qualen und schlafloser Nächte, viel zu viel Kaffee und Traubenzucker, zwischenzeitlichen Überlegungen, das ganze einfach sein zu lassen, habe ich es heute schließlich geschafft: Meine Bachelorarbeit mit dem Thema "Die Hexenverfolgung in Köln im Spannungsfeld zwischen Obrigkeit und Untertanen" ist gegen 11 Uhr in die Hände des Akademischen Prüfungsamtes der Heinrich-Heine-Universität übergegangen. Statt feierlichem Trara, gab's zwar nur ein trockenes "Schönes Wochenende" und ein kleines Bier mit meinen Freunden, aber dennoch fühl ich mich grad so unglaublich erleichtert und froh, wie schon seit Monaten nicht mehr. Bis ich mich mit dem akademischen Grad "Bachelor of Arts" schmücken darf, dauert es zwar wahrscheinlich noch mind. 2 Monate, aber dennoch halte ich jetzt das Ergebnis von 3 Jahren Studium in den Händen und eigentlich, aber wirklich nur eigentlich, kann jetzt nichts mehr schief gehen.


In der Mitte das fertige Ergebnis inmitten seiner Opfer

Was kommt nun? Erstmal werde ich ein Praktikum an einem Düsseldorfer Gymnasium absolvieren, weil ich immer noch mit dem Gedanken spiele in den alten Lehramts-Studiengang einzusteigen. Ist zwar nicht ganz konventionell, aber das ist mir eigentlich auch Wumpe ;) Nach dem Praktikum kommt hoffentlich ein 2-3 monatiger Auslandsaufenthalt, welcher mit einem weiterem Praktikum verbunden werden soll, und die Zeit zwischen diesem Ausflug ins Ausland und dem Wintersemester 2010 überbrücke ich wohl auch noch mit Praktika. Irgendwas sinnvolles muss man ja mit einem Jahr Pause anstellen, oder?

Auf jeden Fall, wird dieser Blog von nun an wieder in alter Regelmäßigkeit betrieben, nur mit dem Unterschied, dass ich meine Gaming-Beiträge auf Zockwork Orange, dem wohl besten Gaming-Blog aller Zeiten, immerhin wurden wir bereits von Fefe verlinkt, auslagern werde und weniger über das Uni Leben, dafür mehr von der Realität namens Arbeitswelt schreiben werde. Keine Angst, in einem Jahr geht das Studium für mich schon wieder weiter, dann nerv ich euch wieder mit meinem "faules Studentenleben"-Beiträgen.

In diesem Sinne,
Man liest sich!

Samstag, 18. Juli 2009

Über das Verfassen einer Bachelor Arbeit

Nachdem ich inzwischen fast 3 Jahre studiere möchte ich mit diesem Blog-Post einen kleinen Einblick in das Studium der Geschichte geben. Ich versuche das anhand meiner Bachelor-Abschlussarbeit ein wenig zu erläutern.

Wie dem Einen oder Anderen bekannt sein dürfte beschäftigt sich diese Arbeit mit der Hexenverfolgung in Köln und untersucht als Hauptthema den Konflikt zwischen Obrigkeit und Untertanen, da sich in Köln zu dieser Zeit eine sehr interessante Konstellation an Vorstellungen und Wünschen vollzogen hat, die sich in beiden Bevölkerungsgruppen sehr stark unterscheiden, aber auch im Lauf der Zeit wandeln.

Wie bin ich auf dieses Thema gekommen? Das ist nicht sonderlich leicht zu erklären: Erstmal besteht ein großes Interesse meinerseits an der Frühen Neuzeit (Diese umfasst ungefähr den Zeitraum von 1500-1750), welches ich vor allem durch die sehr gute Arbeit meines Dozenten Achim Landwehr erhalten habe. Zweitens stellt die Hexenverfolgung ein gutes Beispiel dar, wie sich Interessenskonflikte zwischen einzelnen Bevölkerungsteilen auf die Umstände des Zusammenlebens auswirken, eine Thematik, die mich schon immer interessiert hat. Die Hexenverfolgung in Köln zu untersuchen ist also eine Art mein persönliches Interesse in einer wissenschaftliche Arbeit zu untersuchen.

Wie funktioniert also dieses "untersuchen"? Grob gesagt, gibt es zwei Teile: Recherche und Anwendung des Recherchierten. Aktuell befinde ich mich in der Recherche, was nicht nur das endlose Stöbern in Bibliotheken und Akten bedeutet, sondern auch das Strukturieren und Kontextualisieren (also der Versuch das Gelesene in geeigneten Zusammenhängen zu erfassen. Ein Beispiel hierfür wäre die Frage: Was hat die Weltwirtschaftskrise mit der Machtergreifung der NSDAP zu tun?). Ich lese die Bücher nicht nur nach Fakten durch, die ich in meiner Arbeit anwenden kann, sondern auch mit der Frage, ob ich sie überhaupt anwenden kann. So kann es durchaus vorkommen, dass ich 10 Bücher finde, die vom Titel her passen könnten, aber nach dem Lesen von 20 Seiten feststellen muss, dass ich es überhaupt nicht verwenden kann. Das passiert durchaus häufig, sollte einen aber nicht entmutigen.

Diese Recherche macht den Hauptteil des Aufwandes für eine Arbeit aus. Mitunter kann sie bis zu 75% des Aufwandes ausmachen, was aber von Aufgabe zu Aufgabe unterschiedlich ist. Die Recherche umfasst aber auch die Strukturierung des Recherchierten. Ich habe also in meiner Arbeit festgestellt, dass es meiner Einteilung nach 4 verschiedene Gruppen in Köln zu dieser Zeit gab. Da haben wir die Obrigkeit ("Stadtadel" und Geistliche), die Untertanen, die Opfer und die Gegner der Verfolgung. Jede dieser 4 Gruppierungen hat einen gewissen Einfluss auf die Verfolgung, welcher näher festgestellt, aber auch dargestellt werden muss. Das werde ich vermutlich auf eine Recht einfache, aber gleichzeitig effektive Weise lösen, indem ich jeder Gruppe ein eigenes Kapitel widme, dort die Verhaltensweise darstelle und letztendlich in einem Abschlusskapitel diese Verhaltensweisen in einen Zusammenhang bringe. Diese Struktur ist noch nicht fest, schließlich befinde ich mich derzeit noch am Anfang meiner Recherche. Ich hoffe allerdings die Art und Weise, wie das Thema Einfluss auf die Struktur einer Arbeit hat ist deutlich geworden: Bei jeder wissenschaftlichen Arbeit die man verfasst ist es nötig sich eine neue Struktur zu überlegen.

Das eigentliche Schreiben der Arbeit ist deutlich kürzer vom Zeitaufwand her, aber nicht weniger schwierig, da ich es schaffen muss in dieser Phase, dass Recherchierte in einen Text zusammenzufassen, der sich an relativ strikte Rahmenbedingungen halten muss (Seitenzahl, Layout und wissenschaftliche Formalia wie z.B. Fußnoten). Häufig gelingt es mir nicht Recherche und Verfassen auseinander zu halten, weil sich während des Schreibens neue Gedanken und Fragen bilden können. Im Idealfall habe ich aber vor Beginn des Schreibens die Struktur feststehen und kann mich darauf konzentrieren diese einfach aufzuschreiben. So beginnt man mit einer Einleitung, in welcher man den Rahmen der Arbeit erläutert, also welcher Frage man folgt und was den Leser auf den nächsten Seiten erwartet. Es gibt noch Kleinigkeiten die dort erwähnt werden sollten, aber den Rahmen hier sprengen würden. Dem folgt der Hauptteil, in dem sich die eigentliche Arbeit befindet, also die oben genannte Struktur an der man das Recherchierte widergibt und am Ende das Fazit in dem man die noch einmal zusammenfasst, wie die Eingangs gestellte Frage beantwortet wurde und wo noch Anlass ist weiter zu arbeiten.

Nach meinen aktuellen Erwartungen befasse ich mich noch einen Monat mit der Recherche und dann einen weiteren Monat mit dem schriftlichen Teil. Am Ende stehen noch 2 Wochen für die Korrektur der Arbeit zur Verfügung, dem nervigsten Teil der wissenschaftlichen Arbeit. Hier liest man gefühlte 20 mal die eigene Arbeit durch und darf sich von Freunden und Verwandten anhören lassen, was alles unverständlich ist und demnach verbessert werden muss. Man muss sich hier auf umfassende Kritik einstellen und darf auf den letzten Metern, wo man die Arbeit einfach nur noch abgeben möchte, nicht das Handtuch werfen, weil es gerade hier um die Kleinigkeiten gehen kann, die eine gute von einer sehr guten Arbeit unterscheiden.

Ich hoffe ich habe gut darstellen können wie das wissenschaftliche Arbeiten in der Geschichte funktioniert. Es mag stressig und nervig klingen, mir macht es aber unglaublichen Spaß. Es ist einfach fantastisch zu sehen, wie sich die Überlegungen die man anstellt in eine funktionierende Umgebung gepackt werden und das Gefühl nach der Abgabe einer Arbeit, in die man einen nicht unerheblichen Teil seines Lebens gesteckt hat, ist einfach unvergleichlich. Ich freue mich jetzt schon auf das "Feierabend-Bier".

Montag, 6. Juli 2009

Wissensplattform

Ich muss mich wirklich entschuldigen: Im letzten Monat ist hier gar nichts mehr geschehen, was zum größten Teil an meiner persönlichen Faulheit lag (Los, bewerft mich mit Kuchen, oder schickt ihn mir zu!). Es wird wieder besser und damit fang ich heute auch an!

Es ist immer wieder schön in der Uni in der Caféte zu sitzen. Dort trifft man alte Freunde und hat die Möglichkeit mit neuen Leuten in Kontakt zu treten. So ist es auch heute wieder geschehen: Ein Freund von mir, der in der Fachschaft sitzt, hat sich dort mit 2 jüngeren Semestern unterhalten und ich hab mich, dreist wie ich bin, einfach mal dazu gesetzt. Mit einer von den Beiden kam ich ins Gespräch und sie erzählte mir, dass sie jetzt ihre erste Hausarbeit schreiben muss, über das Verhalten der neutralen Staaten während des zweiten Weltkrieges. Wie es der Zufall will, hab ich selbst vor 3 Semestern eine Hausarbeit zu dem wirtschaftlichen Verhalten der Schweiz zu Deutschland geschrieben. Ich bot ihr an meine Arbeit zur Unterstützung zu geben, worüber sie sehr glücklich war.

Nun komm ich zum eigentlichen Anliegen dieses Posts: Ich dachte mir heut Abend, dass es doch sehr schön wäre für jeden, wenn er auf andere Arbeiten zugreifen könnte, ohne dafür Gebühren zahlen zu müssen. Selbstverständlich sollte dies kein Ersatz dafür sein selbständig Arbeiten zu verfassen, aber ein bisschen Hilfe würde wohl jeder gerne annehmen, oder?

Ich rufe somit ein kleines Projekt aus, an dem sich hoffentlich noch weitere Leute beteiligen: Es soll darum gehen einen Webspace einzurichten, auf dem man seine Arbeiten hochladen kann und diese von anderen eingesehen werden können. Eine Art kostenloses Hausarbeiten.de sozusagen. Um die Einrichtung könnte ich mich selbst kümmern, bräuchte allerdings noch einige Informationen: Kennt jemand zufällig einen gut zugänglichen und zuverlässigen Webspace? Kennt sich jemand mit der rechtlichen Seite aus, von wegen Urheberrecht u.Ä.? Wer hat überhaupt Lust sich daran zu beteiligen?

Ich fänd's schön, wenn sich jemand melden könnte, da ich denke, dass es eine sinnvolle Sache wäre, sein Wissen an andere weiterzugeben und sei es nur an welche mit rein persönlichem Interesse an der Thematik.

Montag, 1. Juni 2009

Was willst du denn später damit machen?

Es gibt eine Standard-Aussage die man als Student von 2 geisteswissenschaftlichen Fächern über sich ergehen lassen muss: "Oh, das klingt aber spannend, aber mal ehrlich: Was willst du denn später damit machen?" - Diese Aussage lässt sich in allen Variationen finden, gerne auch mit der Frage: "Willst du Lehrer werden?"

Wenn diese Frage kommt, komm ich selber erst einmal ins Grübeln, denn ich weiß es ehrlich gesagt, noch nicht. Ich hab mir schon mehrmals überlegt Lehrer zu werden, was mir aber durch gewisse bürokratische Felsen, die einem in den Weg gelegt werden fast unmöglich ist. Denn der "normale" Bachelor wie man ihn an den meisten Universitäten machen kann, qualifiziert einen nicht dazu den "Master of Education" zu machen, mit dem man auf die Lehramtsschiene kommt. Dass das Ganze entgegen den Bestrebungen des Bologna-Prozesses geht scheint dabei den Deutschen ganz egal zu sein, Hauptsache "wir" haben einen eigenen Bachelor. Mit einheitlichen Bildungsgängen nimmt man es ja sowieso nicht sonderlich ernst hierzulande.

Aber zurück zum Thema: Was will ich denn damit machen, dass ich jetzt 3 Jahre meines Lebens damit zugebracht habe Geschichte und Englisch zu studieren? Anders bei Studiengängen wie Medizin, Jura, International Management oder wie sie alle heißen, lehrt man uns nicht in ein bestimmtes Betätigungsfeld hinein, sondern lässt es uns offen, was wir damit anfangen können. Ein paar Freunde von mir versuchen sich im Journalismus und haben die besten Karten dafür, anderen steht durch etliche Praktika schon ein Job in einem Unternehmen offen, sobald sie ihr Studium abgeschlossen haben, für den Rest von uns gibt es nur noch die Möglichkeit ein Aufbaustudium, welches uns interessiert, zu wählen und dann zu hoffen, dass irgendjemand was damit anfangen kann, dass wir weitere 2 Jahre damit verbracht haben z.B. das antike Griechenland zu untersuchen. Viel Auswahl lässt man uns dabei nicht, sind wir doch festgefahren in unseren Fächern.

Für mich gibt es aktuell mehrere Möglichkeiten: Entweder ich hoffe dass eine Uni so unbürokratisch ist und mich einfach in ein altes Lehramtsstudium noch aufnimmt (Die Uni Trier könnte so ein Schlupfloch sein), ich könnte hoffen einen recht praxisbezogenen Master zu finden, was heißen würde ich müsste gefühlte 2000 Master-Studiengänge durchwühlen um "den Richtigen" zu finden, oder ich versuch es auf gut Glück mit einem Master in einem Gebiet was mich wirklich interessiert und stell mich darauf ein mich auf mein Glück verlassen zu müssen. Aktuell tendier ich zu der zweiten Lösung, was aber noch viel Arbeit bedeutet und mich eventuell in eine x-beliebige Kleinstadt verschlägt... Ich bin einfach mal gespannt und ausserdem muss ich erstmal meinen Bachelor schaffen um weitere Pläne verfolgen zu können.

Was ich bei dem Ganzen nur nie ganz verstanden habe: Warum scheint Deutschland mal wieder das einzige Land zu sein, in dem man einer Reform, die das Studium europaweit vereinfachen sollte, so viele Hürden mit auf dem Weg gibt, dass es noch nicht mal unsere Studienberatung voll und ganz versteht? Es wird wirklich Zeit dafür, dass die Bildung aus den Händen der Länder genommen wird!

Freitag, 15. Mai 2009

Kunstwerke IV

Dieser Beitrag für meine "Kunstwerke" ist in vielerlei Hinsicht gewagt. Es handelt sich um eine Kurzgeschichte von Chuck Palahniuk, dem Autor von "Fight Club". Wie die wenigsten wissen ist "Fight Club" nämlich eine Roman-Verfilmung und wie so üblich ist das Buch noch besser als der Film. Wer das Buch schon mal gelesen hat, der wird wissen, dass Chuck Palahniuk eine ziemlich interessante Art hat zu schreiben, doch um "Fight Club" soll es diesmal gar nicht gehen.

Vielmehr möchte ich die Kurzgeschichte "Guts" vorstellen, die mir damals von meinem Dozenten empfohlen worden ist, als wir im Seminar "Fight Club" behandelt haben. Allzuviel kann und möchte ich über diese Geschichte nicht verraten, da ich sonst die Pointe vorweg nehmen würde. Nur noch ein paar Hinweise dazu: Man sollte 1. gut englisch können 2. einen sehr starken Magen haben und 3. einen wirklich starken Magen haben! Diese Kurzgeschichte ist absolut nichts für Zartbesaitete und würde sie in einem Buch in Deutschland erscheinen, wäre sie der Grund warum das Buch erst für Erwachsene freigegeben werden sollte. Ich finde sie dennoch genial und rate allen die mal geschockt werden möchten, sich diese Geschichte durchzulesen.

Hier ist der Link zu der Geschichte: Guts

Donnerstag, 14. Mai 2009

Die Verpflichtung intelligent zu erscheinen

Ich liebe es Student zu sein. Ich finde es gibt an sich nichts Schöneres, als zu wissen, dass ich mich grad freiwillig weiterbilde und mit vielen Leuten umgeben bin, die die gleiche Absicht haben. Natürlich gibt es auch diverse Pflichten die weniger schön sind, wie z.B. Hausarbeiten und ätzend langweilige Seminare, aber wenn diese erledigt sind, dann erscheint einem der Rest noch viel schöner.

Eine Sache gibt es allerdings die mich wirklich stört: Scheinbar gehen viele Kommilitonen davon aus, dass man, sobald man sich in der Uni befindet, nur noch Sachbücher oder gehobene Literatur lesen darf. Dieses Verhalten lässt sich auch kongruent mit der Anzahl der absolvierten Semester setzen. Ich habe nichts dagegen ab und an ein Buch zu lesen, dass nicht einfach nur Unterhaltung darstellt, sondern in dass ich mich wirklich einarbeiten muss - Zuletzt geschehen mit James Joyce' fantastischem Buch "Ulyssees". Dennoch möchte ich auch meinen Spaß haben, wenn ich lese. Lesen ist für mich nicht einfach nur Bildung sondern die Möglichkeit in fremde Welten abzutauchen und mich dort zu verlieren und dafür brauch ich keinen James Joyce, Oscar Wilde und ähnliche Kaliber - Dafür brauch ich Autoren vom Schlag eines Dan Brown, Ken Follet oder Andreas Eschbach.

Bring ich aber Werke dieser Autoren mit in die Uni bin ich wohl ein Fremdkörper: Kritische Blicke werden ausgetauscht und/oder das eigene Buch mit dem Titel "Wissenschaftlicher Diskurs in der Historiografie von 1900 bis 1950" (Jeglicher Titel mit wissenschaftlichem Klang einsetzbar) demonstrativ auf den Tisch gelegt. Dabei bezweifele ich, dass die meisten jemals in ein solches Buch ernsthaft hineinschauen, sondern nur ihren geistigen Schwanz im Seminarraum anhand ihrer ach so tollen Wissenschaftlichkeit vergleichen wollen. Ich stör mich aber nicht daran und habe weiter meinen Spaß damit Profan-Literatur zu lesen, denn da weiß ich was ich hab: Einfache Unterhaltung, die mich bis zum Schluss fesselt, ohne dass ich arbeiten muss um den Text zu lesen. Ich weiß auch, dass die meisten Thriller-Autoren Standard-Werke abliefern. Wenn man eines gelesen hat, dann kennt man alle. Aber das ist mir inzwischen sowas von egal, denn diese Bücher geben mir damit etwas worauf ich vertrauen kann: Einfache und spaßige Unterhaltung - Nicht mehr und nicht weniger.

Montag, 20. April 2009

Sozial? Voll uncool!!1

Von meinem guten Freund Marvin las ich auf der Homepage meiner ehemaligen Tanzschule, der Tanzschule Swing aus Göttingen, einen sehr guten Text. Da ich diesem uneingeschränkt zustimme bat ich ihn den Text veröffentlichen zu dürfen, welchem er sofort zustimmte, unter der Bedingung, dass ich den Titel gleich lassen würde - Na gut. Meiner Anfrage, ob er Co-Autor des Blogs werden wolle, hat er nicht zugestimmt, aber ich werd nicht locker lassen ;) Here we go:

"Die letzte Klausur ist geschrieben. Nie wieder Schule! Bier wird getrunken, es wird gefeiert und man bekommt sein letztes Zeugnis. Doch was nun?

Viele entscheiden sich für das erst mögliche: `süßes nichts-tun`. Sicher auch keine schlechte Entscheidung, da man vor dem Abitur schon etwas lernen muss und die Zeit auch stressig seinen kann. Jedoch, und man will es nicht glauben, das durchgehende ausruhen wird sehr schnell langweilig und man sehnt sich nach der nächsten Beschäftigung, da der Mensch dazu veranlagt ist nützlich seinen zu wollen bzw. etwas zu tun um sich zu beschäftigen.
Und hier kommt eine weitreichende Entscheidung auf einen zu. Die Frage nach: Ausbildung? Universität? Soziales Jahr? Work and Travel? Und die vielen anderen Möglichkeiten die es da noch gibt.

Viele sagen „Ich fange sofort an mit dem Studium/Ausbildung, da ich dann schneller im Berufsleben bin!“. Sicher nicht unbedingt ein falscher Schluss. Immerhin sagte ein Vertreter der freien Wirtschaft auf dem Elterntag der Universität Osnabrück (nicht 100% Wortlaut) „Wir müssen unsere Kinder schneller ausbilden und in die Arbeitswelt integrieren.... Außerdem brauchen unsere Kinder auch Zeit zur Reflexion während ihres Studiums...“ Abgehoben auf die Ebene der Prädikatenlogik steht hier kurz: q AND NOT q (leider werden die nötigen Operatoren nicht unterstützt). Dies wird in der Logik als Contradiction bezeichnet → ein Widerspruch. Und dies ist es meiner Meinung nach auch vollkommen. Das Studenten Zeit zur Reflexion brauchen ist sehr wichtig. Leider lässt und sollte sich das nicht mit einem beschleunigten Studium verbinden. Jedoch wird das von Politik und Wirtschaft anders gesehen, was uns den Bachelor gebracht hat. Nur wo bleibt nun die Zeit des Individuums um zu überlegen ob es die richtige Entscheidung getroffen hat? Ganz klar: Vor oder Nach dem Studium. Deswegen möchte ich an alle appellieren, die bald in dieser Situation seinen könnten, ihre Entscheidung über den zukünftigen Studiengang genau abzuwägen!
Den es gibt mehr und meiner bescheidenen Meinung nach wesentlich wichtigere Erfahrungen noch VOR dem Studium zu machen. Ich spreche hier vom immer schlecht bezahlten sozialen Jahr oder auch FSJ genannt(bzw. Zivildienst, wobei dieser gut bezahlt wird). Es gibt einem noch einmal die Möglichkeit über seine Studienentscheidung nachzudenken aber noch viel wichtiger lernt es einen seine Vorstellung von Arbeit, Sozialkompetenz, Leistungsrelevanz und `das eigene ich` neu zu definieren.

(das nun folgende bezieht sich nur auf Arbeit in einer sozialen Einrichtung und basiert auf meinen eigens gemachten Erfahrungen)
Man wird vermutlich zum ersten Mal in seinem Leben mit soviel Verantwortung konfrontiert, dass sie einem manchmal sogar zu viel erscheint. Man lernt einen Teil des deutschen Sozialsystems kennen, der einem vorher vermutlich noch nicht so bekannt war und sieht die Abgründe genau dieses Systems. Und man lernt Situationen kennen die einem vorher unbekannt waren und die mancher wohl auch als widerlich bezeichnen würde. Und was kriegt man dafür zurück? Viel Freude, Dankbarkeit und Selbsterkenntnis!
Man geht von der Arbeit nach Hause mit dem Gefühl etwas sinnvolles und gutes getan zu haben!
Und stellt im Nachhinein fest, was einem dieses eine Jahr ohne Studium, ohne Leistung und vor allem ohne Egoismus gebracht hat: unbekannte Situationen sind leichter zu bewältigen, Klausurdruck ist unbekannter, da man weiß wie unbedeutend dieser eigentlich ist, wenn man Freunde und ein zufriedenstellendes Leben hat und man ist realistischer. Den das Studium ist nicht immer das, was einem Eltern gerne erzählen. Vielmehr ist es ein Wettkampf: Schneller, Weiter, Besser!

Das beginnt bereits beim WG-Casting: 20-50 Bewerber werden begutachtet und nach StudiVZseiten, einem 10 Minuten Gespräch und einem Kärtchen, wo man seine Interessen, Bedürfnisse und hoffentlich „nicht-laster“/Putzlust niederschreiben kann, begutachtet. Hier findet man wirklich den Mann fürs Leben!...äh Mitbewohner meinte ich. Das viele WG`s sich schon nach dem 10ten Bewerber nicht mehr merken können wer wer ist (obwohl sogar ein Foto jedes Bewerbers vorhanden ist) lassen wir hier mal außer acht.

Wenn dann die Wohnungssuche erfolgreich beendet wurde geht es richtig los: Die erste Vorlesung, die erste Literaturliste und SCHWUPS sieht man viele seiner Mitstudenten mit einem Bücherhaufen im Arm rumrennen, welche sie sich als sekundär Literatur ausgeliehen haben, wovon sie aber am Ende des Semesters fast alle unbenutzt zurückgeben. Aber es zählt ja bekanntlich: Was ich habe kriegst du nicht! (vielleicht nicht in diesem bestimmten Wortlaut jedoch aber im Sinn ein geflügeltes Wort (vor allem unter Juristen, wie ich gehört habe)). Diese Floskel bezieht sich jedoch nicht nur auf Bücher sondern auch auf Seminartermine, Präsentationsthemen und vieles mehr.

Ich denke mir hier immer: „In der Ruhe liegt die Kraft.“ Den das Studium soll eine Zeit der neuen Erfahrungen sein und nicht die Zeit des florierenden Egoismus. Dieser bringt einem nämlich leider später überhaupt nichts. Außer vielleicht einen Porsche in der Auffahrt und 4 Häuser wovon jedoch 3 ½ nur Objekte der Gier nach Anerkennung sind. Leute die dieses bewusst Anstreben: Ihr habt den `Sinn des Lebens` echt nicht kapiert. Weniger ist doch manchmal mehr! Zufriedenheit erlangt man mit zwischenmenschlichen Beziehungen, die jedoch nicht mit Egoismus geknüpft werden können. Das Bestreben eines Menschen liegt nun mal in der Gruppe, was das Bestreben nach menschlicher Beziehung voraussetzt und nicht das Streben nach Objekten.

Natürlich finden sich auch die Leute mit objektorientierten Interessen in bestimmten Menschengruppen wieder jedoch will ich auf diese `Oberschicht` hier nicht eingehen.

Um einen Schlussstrich zu einem Thema zu ziehen über das sich noch viel schreiben ließe: Ein soziales Jahr verlangsamt einen vielleicht im Wettkampf um DEN Job. Jedoch öffnet es einem die Augen für die Dinge im Leben, die im großen und ganzen nachher wirklich zählen!

Mit diesen folgenden Worten will ich mich nun von der `literarischen` Bühne verabschieden und hoffe auf ein wenig Feedback bezüglich dieses Themas:

„Spread your wings and fly away
Fly away far away
Spread your little wings and fly away
Fly away far away
Pull yourself together
`Cos you know you should do better
That`s because you`re a free man„
(„Spread your wings and fly away“ by Queen)"



Jegliche Lobpreisungen werde ich natürlich direkt an ihn weiterleiten - Ich persönlich hab dem einfach nichts mehr hinzu zu fügen!

Donnerstag, 26. März 2009

Kunstwerke II

Neben Geschichte studiere ich im Nebenfach Anglistik und habe während des Studiums eine tiefe Liebe zur englischen Sprache entwickelt. Heute bin ich eher zufällig über den Besserwerberblog gestolpert und fand dort jene wunderschöne Ford-Werbung.



Der Text des Gedichtes von Robert Frost lautet folgendermaßen:
Two roads diverged in a yellow wood,
And sorry I could not travel both
And be one traveler, long I stood
And looked down one as far as I could
To where it bent in the undergrowth;

Then took the other, as just as fair,
And having perhaps the better claim,
Because it was grassy and wanted wear;
Though as for that the passing there
Had worn them really about the same,

And both that morning equally lay
In leaves no step had trodden black.
Oh, I kept the first for another day!
Yet knowing how way leads on to way,
I doubted if I should ever come back.

I shall be telling this with a sigh
Somewhere ages and ages hence:
Two roads diverged in a wood, and I—
I took the one less traveled by,
And that has made all the difference.


Dieses Gedicht finde ich einfach wunderschön und ich überlegte eine Übersetzung dafür anzufertigen. Nach kurzen Überlegen stellte ich dann fest, dass es dem Gedicht nicht gerecht würde, wenn es übersetzt und dadurch interpretiert werden würde. Jede Übersetzung ist nämlich eine Interpretation des Übersetzers und deswegen sollte es jedem selbst überlassen sein das Original vor Augen zu haben um selbst zu urteilen. Für mich passt es einfach super in meine derzeitige Lebenssituation und ich liebe es!

Mittwoch, 11. Februar 2009

Bürokratie

Kurze Nachricht, PC läuft jetzt, Spiele drauf und die Härtetests folgen in Form von Fallout 3, Far Cry 2 und evtl. noch GTA IV (Bei letzterem bin ich allerdings skeptisch, wegen der Inkompatibilität zu den ATI-GraKas). Die Tage kommen also genauere Berichte.

Nun zu etwas anderem. Gestern erhielt ich einen Brief von der ULB-Düsseldorf, dass noch Mahn-Gebühren ausstehen. Kein Problem, weil ich auch drüber Bescheid wusste. Anbei waren auch die Kontodaten, wo ich die ausstehenden 16€ überweisen sollte (Die Summe resultiert aus 8 Büchern, die ich einen Tag zu lang ausgeliehen hatte *sigh*). Bei dem Betrag war ich jedoch stutzig, ob ich das wirklich überweisen, oder einfach zu einem Schalter in der Bib gehen sollte um meine Schulden in bar zu zahlen. Letzteres hielt ich für sinnvoller, damit mein Ausweis so schnell wie möglich wieder entsperrt wird.

Somit ging ich heut morgen also zur ULB mit 16€ in der Tasche und fragte am Schalter nach, ob es denn möglich sei das Geld direkt zu zahlen, damit ich auch gleich wieder neue Bücher für die nächste Hausarbeit mitnehmen könnte.

Die kurze Antwort der etwas grimmig dreinschauenden Dame war "Nein!".
Ich erkundigte mich warum das nicht möglich sei, worauf mir nur erwidert wurde, dass bis zu einem Betrag von 14,99€ Gebühren in bar bezahlt werden könnte, alles andere per Überweisung erledigt werden müsste. Meinen Vorschlag, dass ich 14,99€ zahlen, kurz nach draussen gehen und dann den Rest bezahlen könnte fand die Dame scheinbar nicht so lustig (Ich im übrigen auch nicht, weil das durchaus ernst gemeint war) und fragte nur trocken, ob sie mir sonst noch helfen könne, da sie grad sehr beschäftigt sei. Ich ging also wieder weg und sah ihr noch kurz dabei zu, wie sie sich genüßlich eine Tasse Kaffee holte...

Ich liebe die deutsche Bürokratie. Selten etwas so dummes gesehen!